Geomagnetik an Land

Beim Einsatz der Geomagnetik handelt es sich um ein passives Ortungsverfahren, das die Standardmethode in der Kampfmittelbergung darstellt. Als handgeführte Sonde ist sie das klassische Werkzeug der auf den Räumstellen zur Ortung und Bergung von Bombenblindgängern und Munition.

Ziel des Verfahrens ist die Detektion magnetischer Anomalien im Erdmagnetfeld, die von eisenhaltigen Objekten hervorgerufen werden und damit als Indikator für das Vorhandensein von Kampfmitten dienen.

FLX-Sondiersystem am Gator auf einem ehemaligen Fliegerhorst
FLX-Sondiersystem am Gator auf einem ehemaligen Fliegerhorst

Mit teils fahrzeuggestützten Mehrkanalsystemen und EDV-Aufzeichnung lassen sich eine Belastungskartierung und Kampfmittelortung auf großen Flächen effizient bewerkstelligen.

FLX-Sondiersystem am Gator auf einem ehemaligen Fliegerhorst
FLX-Sondiersystem als Handwagen

In Kombination mit genauen Positionierungsmethoden im Zentimeterbereich per DGPS im RTK-Modus lassen sich die georeferenzierten Bilder mit anderen geophysikalischen Methoden abgleichen. Neben der Kampfmittelbergung liefert die Geomagnetik in den Bereichen Archäologie und Forensik zielgerichtet Ergebnisse.

 

Einsatz / Vorteile

  • Flächenerkundung
  • UXO-Detektion
  • Objektsuche
  • Kabelerkundung
  • Archäologische Sondierung
  • Forensik

Elektromagnetik an Land

Die Elektromagnetik eignet sich besonders bei komplexen Fragestellungen, wenn die Aussage der Geomagnetik, durch störende, ferromagnetische aber nicht leitfähige Materialien (Schlacke, Hartbrandziegel etc.) stark limitiert ist.

Es handelt sich hierbei um ein aktives Ortungsverfahren, das auf dem Prinzip der Transienten-Elektromagnetik (TDEM) basiert. Im Gegensatz zur Geomagnetik werden nur leitfähige Objekte angesprochen, was zu einer valideren Aussage hinsichtlich eines Kampfmittelverdachtes führt, da hier eine Leitfähigkeit als Indikator Grundsätzlich attestiert wird.

EAS-System
EAS-System

Die Methode findet Anwendung in innerstädtischen Bereichen die mehrfach überbaut oder deren Untergrund mit Auffüllungen versetzt sind, die eine hohe Belastung für die Geomagnetik bewirken. Ihre Störwirkung stellt sich in der Elektromagnetik als aktive Methode stark reduziert dar, sodass das Detektionsziel erreicht werden kann. Zudem kommt die Elektromagnetik speziell im Bereich der Munitionssuche zum Einsatz, da sie auch auf nicht-ferromagnetische aber leitfähige Objekte anspricht.

Einsatz / Vorteile

  • UXO-Detektion
  • Objektsuche
  • Kabelerkundung

Georadar

Georadar stellt neben der Geomagnetik und der Elektromagnetik das dritte in der Kampfmittelbergung an Land anerkannte geophysikalische Verfahren dar. Das Funktionsprinzip des Georadars beruht auf der Emission kurzer elektromagnetischer Impulse in den Untergrund und der Reflexion der Wellen an Schichtgrenzen oder Einzelobjekten.

Leitungsortung und Kampfmittelsondierung mit Radarwagen

Die Anwendung des Georadars erlaubt neben der Erkundung des geologischen Untergrundes die Ortung von räumlich begrenzten oder punktuellen Objekten wie beispielsweise Rohrleitungen, Kabeln, Findlingen und Bombenblindgängern.

Anzeige von Anomalien während der Radarsondierung

Vorteile der Methode liegen in der Anwendung entlang von angrenzenden oberflächennahen Bebauungen, wie beispielsweise Zäunen oder Leitungen, die den Einsatz (elektro-) magnetischer Verfahren erheblich beeinträchtigen können. Ideal ist deshalb eine kombinierte Sondierung mit einer der beiden genannten Verfahren und dem Georadar.

Mit Georadar kann von der Oberfläche und im Bohrloch sondiert werden.

Einsatz / Vorteile

  • UXO-Detektion
  • Verdachtsverifikation
  • Leitungsverfolgung
  • Geologische Untersuchung
  • Archäologische Erkundungen