Durch das Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck ist vorgesehen, die bestehende NATO Schiffs-Entmagnetisierungsbehandlungsanlage in der Kieler Förde zurückzubauen und durch eine neue Anlage zu ersetzen. Zur Realisierung der Maßnahme waren die vorhandenen Entmagnetisierungs- und Behandlungsanlagen zurückzubauen.

Sowohl für den Rückbau, als auch für die Neubauten wurde eine umfangreiche Sondierung auf Kampfmittel erforderlich, da es sich bei den Standorten um Verklappungsgebiete handelte. Aus diesem Grund war mit einer erheblichen Anzahl von Kampfmitteln zu rechnen.

Es wurde eine kombinierte Flächenuntersuchung mittels elektromagnetischen, geomagnetischen Messverfahren sowie Singlebeam, Sidescan-Sonar und Subbottomprofiler zur Lokalisierung von möglichen Kampfmitteln auf und unter dem Meeresgrund der Kieler Förde im Bereich des geplanten Neubaus durchgeführt .

Die lokalisierten Verdachtspunkte und Flächen wurden anschließend durch Geräte- und Tauchereinsatz untersucht.

Zeitweilig kamen bis zu vier Tauchgruppen von zwei schwimmenden Einheiten aus zum Einsatz, um den terminlichen Anforderungen des Auftraggebers gerecht zu werden.

Aufgrund der hohen Belastung mit Munition aller Kaliber und Schrott musste der Meeresboden teilweise einer kompletten Separation unterzogen werden. Dieses erfolgte mit einer eigens entwickelten Unterwasserseparationsanlage, um die Wassersäule von bis zu 12 m als Splitterschutz nutzen zu können und um so eine Beeinträchtigung der nahe gelegenen Bundeswasserstraße im Bereich der Kieler Förde zu vermeiden. Insgesamt wurden ca. 30 to Munition geborgen und dem Kampfmittelräumdienst übergeben.

Zusätzlich musste ein Elektromagnet zur Bergung in den Meeresboden eingespült werden, um das verbleiben von ferromagnetischen Materialien im Untergrund auszuschließen.

Weitere Leistungen:
-Bauwerksuntersuchung der Behandlungsanlage mittels Tauchereinsatz.

Marine Geophysik

  • Marine Geomagnetik FLX
  • Schiffsnamen:
    EOD-1 (Alu-Messboot)
    SAM (GFK-Messboot)
  • m² bearbeitete Fläche: 3.411 m²
  • Wassertiefe: 8,00 – 12,00m
  • Tidebeeinflusst: Nein
  • Bauwerksuntersuchung: 1.500 m²

Verdachtspunktbergung

  • Manueller Tauchereinsatz
  • Tidebeeinflusst: Nein

*Geborgene Munition (kg, t)

  • ca. 250 kg

Auftraggeber:

ARGE EM-Behandlungsanlage

Leistungszeitraum:

November 2016 bis Januar 2019

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